27 Lettische Landfrauen im Oktober 2009 zu Gast

Wie alles begann:

Alles fing mit einer E-Mail-Anfrage im Juni aus Lettland an, geschrieben von Aija Zidena vom LLKC.
Erst war Skepsis, doch nach Recherche im Internet (LLKC ist das Lettische Beratungs -und Ausbildungszentrum für ländliche Umgebung GmbH) und ersten persönliche Telefonaten kam Freude und später Aufregung auf. Lettische Landfrauen interessierten sich für den Aufbau und die Arbeitsweise unserer Landfrauenservice Börse.
Unsere Homepage hatte neugierig gemacht, auch dank ihrer guten Platzierung bei Google.
Ende September als die Fördermittel für das Lettische Projekt „Landnetz“ endlich da waren, wurde es für die Koordinatorin der Landfrauen Service Börse, Regina Tittmar, konkret. Ein ganzer Bus mit Landfrauen kündigte sich an, sie wollten Frau Tittmar zu Hause in ihrem Büro in Kieselbach besuchen und sich informieren.
Getroffen hat man sich dann am 7. Oktober in der Begegnungsstätte der Landfrauen in Förtha. Hier wurde vor 3 Jahren mit der Durchführung eines EU- geförderten Projektes (LOKAST) der Grundstein für die Landfrauen Service Börse gelegt.


Die Landfrauen Förtha hatten einen kleinen Imbiss vorbereitet. Überpünktlich um 9.15 Uhr trafen 27 junge Frauen, die aus allen Regionen Lettlands kamen, ein. Sie waren voller Wissensdurst, so dass der Imbiss warten musste. Die Begrüßung war auf beiden Seiten freundlich, aber zurückhaltend.
Die Projekt Managerin und Dolmetscherin Aija Zidena, erläuterte zu Beginn ihr Anliegen. Die Landfrauen Service Börse ist eins von 5 Zielen der 4-tägigen Bildungsfahrt durch Deutschland. Die jungen Landfrauen wollen sich Anregungen holen, um später ähnliches zu Hause umzusetzen. Vorrangiges Ziel ist jedoch eine flächendeckende Kinderbetreuung in Lettland aufzubauen.
Am Tag zuvor besichtigte man den Kunst- und Käsehof Görbitzhausen, im Anschluss stand der Besuch von zwei Mehrgenerationenhäusern in Bad Kissingen und Cam auf dem Programm. In Landshut wollten sie sich Anregungen vom LEADER Plus-Projekt „Dorf- Hilfe- Programm“ holen.

Erfahrungsaustausch mit Dolmetscherin

Katrin Fiedler, Vorsitzende des Landfrauenortsvereins Förtha, berichtete über den Aufbau der Landfrauen Service Börse:
Danach gab Regina Tittmar einen Rückblick auf 2 Jahre Markterfahrung der Landfrauen Service Börse:
Angefangen hat sie mit 5 Mitarbeiterinnen, wobei diese nicht angestellt, sondern selbstständig tätig sind. Die Gewerbeanmeldung ist Voraussetzung für einen Vermittlungsvertrag. Heute sind es 9 Mitarbeiterinnen, die sie vermittelt. Sie stellt den Kundenkontakt her und ist für die Werbung verantwortlich. Inzwischen sind ca. 3000 Flyer verteilt, doch die beste Werbung in ihrer Branche ist die „Mund- zu Mund-Werbung“. Zufriedene Kunden bringen neue Kunden. Das gute Image der Landfrauen spielt ebenfalls eine positive Rolle. Man richtete sich nach den Kundenwünschen, so Tittmar. Einer Erweiterung der Dienstleistungen sind dennoch Grenzen gesetzt. So wird man keine Kuchen für den Verkauf backen oder Partyservice anbieten. Für viele Bereiche sind besondere Genehmigungen, Versicherungen und somit Kosten verbunden, die den Aufwand deutlich erhöhen.

Zwischen den Ausführungen übersetzte die Dolmetscherin redegewandt, die Frauen notierten eifrig. Im Anschluss stellten sie noch viele Fragen, z. B. zur Kinderbetreuung, zum Schulsystem in Thüringen, zur Versteuerung, zur Unterstützung von Unternehmerinnen durch die Banken, zur Bezahlung der Mitarbeiterinnen und der Koordinatorin, zur Konkurrenz sowie zu Problemen der Service Börse. Frau Tittmar und Frau Fiedler gaben bereitwillig Auskunft.
Lässt hierzulande die Unterstützung durch die Banken für Kleinunternehmerinnen sehr zu wünschen übrig, sieht es in Lettland deutlich besser aus. In Lettland kann man einen Mikrokredit erhalten über 1000 $. Unterstützung gibt hierbei auch das Landwirtschaftsministerium Lettlands. Das war für Regina Tittmar und Katrin Fiedler ein interessanter Aspekt.

Gruppenfoto

Bevor man sich nach 2 Stunden regen Informationsaustausch mit dem kleinen Imbiss stärkte, wurde ein Erinnerungsfoto gemacht. Zwischenzeitlich war die örtliche Presse eingetroffen, diese war erstaunt über das modische Aussehen der jungen Frauen. Besonders geschmeckt hat der Landfrauen Kuchen von Gertraude Iffert, der guten Seele des Vereins, dieser war den Gästen einen extra Applaus wert.

Der Beginn einer Freudnschaft

Zum Abschluss tauschte man Geschenke aus. Die Gäste übereichten kulinarische Köstlichkeiten und Touristenkarten aus ihrer Heimat. Für die Organisatorin Aija Zidena gab es das Buch „Die Geschichte der Bauern in Thüringen“.
Man versprach in Kontakt zu bleiben und verabschiedete sich herzlich.
An diesem Beispiel sieht man wie wichtig eine eigene Webseite ist, sonst wäre dieser nette Kontakt nie zustande gekommen.
Katrin Fiedler überlegt nun schon angespannt, wie man das mit der Bildungsreise nach Lettland vielleicht im nächsten Jahr, finanziell geregelt bekommt.